Warum wird Johann Sebastian Bach der Fünfte Evangelist genannt?

Das Weihnachtsoratorium ist – auch wenn es konzertant aufgeführt wird – eine klingende Predigt. Aber es ist anders als eine komponierte Messe nicht darauf angewiesen, dass es im Rahmen eines Gottesdienstes aufgeführt wird. Als geistliche Musik will es keinem Zweck dienen, aber erbauen und Glauben in ästhetische Formen gießen. Das ist Johann Sebastian Bach vielleicht wie keinem Zweiten gelungen. … Mehr Warum wird Johann Sebastian Bach der Fünfte Evangelist genannt?

Kann es sein, dass sich eine der Kantaten des Weihnachtsoratoriums nur mit einem einzigen Bibelvers beschäftigt?

Ja. Und Musikalisch hat Bach diese Namensgebungskantate, in der nur ein einziger Bibelvers rezitiert wird, wunderbar gestaltet. Auf den Sopran antwortet ein Echo-Sopran, auf die ihn begleitende Oboe antwortet eine zweite Echo-Oboe. Es ist eine der schönsten Arien des gesamten Oratoriums. … Mehr Kann es sein, dass sich eine der Kantaten des Weihnachtsoratoriums nur mit einem einzigen Bibelvers beschäftigt?

Bachs Weihnachtsoratorium: Welche Geschichte wird in der dritten Kantate besungen?

Die Weihnachtserzählung des Lukasevangeliums schließt mit einem wunderbaren Satz, der auch die Leserinnen und Leser auffordern will, über die Worte der Engel und die der Hirten nachzudenken. Wie setzt Bach diese Anregung um? … Mehr Bachs Weihnachtsoratorium: Welche Geschichte wird in der dritten Kantate besungen?

Die Gute-Laune-Sinfonie zwischen den Titanen – Beethovens Achte

Hatten die Konzertbesucher die Beethoven’schen Neuerungen satt, mit denen der Maestro sie regelmäßig herausforderte? Die 8. Sinfonie enthielt statt eines langsamen zweiten Satzes ein Allegretto und verwendete eigentümliche Kompositionsmittel. Oder war es umgekehrt? War dem Publikum die F-Dur Sinfonie zu kurz, zu einfach, zu wenig dramatisch? … Mehr Die Gute-Laune-Sinfonie zwischen den Titanen – Beethovens Achte

The King’s Speech – Beethovens Allegretto und die Sprechhemmung des Königs

Der König beginnt zu sprechen. Zunächst stockend, dann flüssiger. Während Logue ihn lautlos durch die schwierigen Stellen seines Manuskripts führt, entfaltet sich die melancholische Musik Beethovens, die an Intensität zunimmt und dann wieder nachlässt, genau wie der Duktus der Rede. Fragen Sie sich ehrlichen Herzens, wie lange Sie der zunächst stockend vorgetragenen Rede des Königs zugehört hätten. … Mehr The King’s Speech – Beethovens Allegretto und die Sprechhemmung des Königs

C(h)orona – oder: Warum wir nicht zur Tagesordnung übergehen können.

In vielen Bereich des täglichen Lebens gibt es inzwischen Lockerungen der CoVid-19-Einschränkungen. Doch die Warnungen werden wieder lauter, und bei der Chormusik gelten weiterhin strenge Regeln, die die Freude am gemeinsamen Singen erheblich schmälern und eine effektive Konzertvorbereitung nicht möglich erscheinen lassen. Was ist dennoch möglich? … Mehr C(h)orona – oder: Warum wir nicht zur Tagesordnung übergehen können.

Tonmalerei galt als Todsünde des Komponierens. Aber für Götter gelten solche Regeln nicht. Beethovens Pastorale

Naturgeräusche nachzuahmen galt schon zur Zeit Beethovens als eine der Todsünden des Komponierens. Allenfalls war es gestattet, innere Gefühle musikalisch darzustellen, die die Begegnung mit der Natur in dem Menschen auslöste. Doch im zweiten Satz sind offenbar Vogelstimmen zu hören. Beethoven wusste, dass ein Komponist, der etwas auf sich hält, keine Tonmalerei betreibt – und tat es dennoch. … Mehr Tonmalerei galt als Todsünde des Komponierens. Aber für Götter gelten solche Regeln nicht. Beethovens Pastorale

„Dada-da-daaaa!“ Das berühmteste Motiv der Musikgeschichte und die nationalsozialistische „Kultur“-Politik – Unser Beethovenjahr (5/9)

Der Komponist kann nichts dafür, dass die Nationalsozialisten seine Sinfonien besonders schätzten. Vier der fünf am häufigsten aufgeführten sinfonischen Werke in den Jahren 1941 bis 1943 waren Beethovenwerke. Pech nur, dass diese Rechnung ohne den Komponisten gemacht worden war. Denn Beethovens Fünfte war und ist keine Hommage an den deutschen Nationalismus, sondern eher eine musikalische Verarbeitung von Motiven der Französischen Revolution. … Mehr „Dada-da-daaaa!“ Das berühmteste Motiv der Musikgeschichte und die nationalsozialistische „Kultur“-Politik – Unser Beethovenjahr (5/9)

Der angestochene Lindwurm, der nicht ersterben wollte. Beethovens Zweite – Unser Beethovenjahr (2/9)

Die Allgemeine Musikalische Zeitung konnte sich mit diesem neuen Werk allerdings nicht anfreunden. Diese Sinfonie erinnere an ein „crasses Ungeheuer, einen angestochenen Lindwurm, der nicht ersterben wolle und, selbst verblutend, im Finale noch mit dem aufgereckten Schweife vergeblich wüthend um sich schlage“, so der Wiener Korrespondent der Zeitung. Wie sich Hörgewohnheiten ändern können. … Mehr Der angestochene Lindwurm, der nicht ersterben wollte. Beethovens Zweite – Unser Beethovenjahr (2/9)