Freude schöner Götterfunken: Bis 1990 verlief die innerdeutsche Grenze mitten durch Takt 697: bei „diesem Kuss der ganzen Welt“.

Die Originalpartitur der 9. Sinfonie ist ein Sinnbild für die jahrzehntelange Zerrissenheit Europas nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Handschrift der Sinfonie 1941 gesplittet und an drei verschiedene Orte verbracht. Später sollte in Berlin wieder zusammengefügt werden, was zusammen gehörte. Aber zwei Teile befanden sich nun im Osten der Stadt, ein Teil im Westen. … Mehr Freude schöner Götterfunken: Bis 1990 verlief die innerdeutsche Grenze mitten durch Takt 697: bei „diesem Kuss der ganzen Welt“.

Die Gute-Laune-Sinfonie zwischen den Titanen – Beethovens Achte

Hatten die Konzertbesucher die Beethoven’schen Neuerungen satt, mit denen der Maestro sie regelmäßig herausforderte? Die 8. Sinfonie enthielt statt eines langsamen zweiten Satzes ein Allegretto und verwendete eigentümliche Kompositionsmittel. Oder war es umgekehrt? War dem Publikum die F-Dur Sinfonie zu kurz, zu einfach, zu wenig dramatisch? … Mehr Die Gute-Laune-Sinfonie zwischen den Titanen – Beethovens Achte

The King’s Speech – Beethovens Allegretto und die Sprechhemmung des Königs

Der König beginnt zu sprechen. Zunächst stockend, dann flüssiger. Während Logue ihn lautlos durch die schwierigen Stellen seines Manuskripts führt, entfaltet sich die melancholische Musik Beethovens, die an Intensität zunimmt und dann wieder nachlässt, genau wie der Duktus der Rede. Fragen Sie sich ehrlichen Herzens, wie lange Sie der zunächst stockend vorgetragenen Rede des Königs zugehört hätten. … Mehr The King’s Speech – Beethovens Allegretto und die Sprechhemmung des Königs

Tonmalerei galt als Todsünde des Komponierens. Aber für Götter gelten solche Regeln nicht. Beethovens Pastorale

Naturgeräusche nachzuahmen galt schon zur Zeit Beethovens als eine der Todsünden des Komponierens. Allenfalls war es gestattet, innere Gefühle musikalisch darzustellen, die die Begegnung mit der Natur in dem Menschen auslöste. Doch im zweiten Satz sind offenbar Vogelstimmen zu hören. Beethoven wusste, dass ein Komponist, der etwas auf sich hält, keine Tonmalerei betreibt – und tat es dennoch. … Mehr Tonmalerei galt als Todsünde des Komponierens. Aber für Götter gelten solche Regeln nicht. Beethovens Pastorale

„Noch zehn Minuten, dann sind wir fertig.“ Wie Joseph Stielers berühmtes Beethoven-Portrait bis heute wirkt

Joseph Stieler war einer der angesehensten Maler seiner Zeit. Die Darstellung Beethovens, die wie keine andere unser Bild des Komponisten geprägt hat, entstand in der Zeit von Februar bis April des Jahres 1820. Weil beide, Maler und Komponist, Notizen zur Entstehung des Gemäldes machten, ist seine Entstehung gut dokumentiert. Beethoven besuchte Stieler immer wieder in … Mehr „Noch zehn Minuten, dann sind wir fertig.“ Wie Joseph Stielers berühmtes Beethoven-Portrait bis heute wirkt

„Dada-da-daaaa!“ Das berühmteste Motiv der Musikgeschichte und die nationalsozialistische „Kultur“-Politik – Unser Beethovenjahr (5/9)

Der Komponist kann nichts dafür, dass die Nationalsozialisten seine Sinfonien besonders schätzten. Vier der fünf am häufigsten aufgeführten sinfonischen Werke in den Jahren 1941 bis 1943 waren Beethovenwerke. Pech nur, dass diese Rechnung ohne den Komponisten gemacht worden war. Denn Beethovens Fünfte war und ist keine Hommage an den deutschen Nationalismus, sondern eher eine musikalische Verarbeitung von Motiven der Französischen Revolution. … Mehr „Dada-da-daaaa!“ Das berühmteste Motiv der Musikgeschichte und die nationalsozialistische „Kultur“-Politik – Unser Beethovenjahr (5/9)

War Beethoven Metronom in Reparatur? Das Rätsel um das höllische Tempo im Schlusssatz von Beethovens Vierter – Unser Beethovenjahr (4/9)

Beethovens 4. Sinfonie beginnt mit einer unfassbar langsamen Einleitung. Dagegen kommt der Schlusssatz der Sinfomie teuflisch schnell daher, sodass es Zweifel gab, ob die Metronomangabe des Komponisten nicht ein Irrtum war. Denn immerhin hatte ihn der Maestro mit Allegro ma non troppo, nicht etwas mit Prestissimo überschrieben. … Mehr War Beethoven Metronom in Reparatur? Das Rätsel um das höllische Tempo im Schlusssatz von Beethovens Vierter – Unser Beethovenjahr (4/9)

Die Sinfonia grande, auf deren Titelseite jemand heftig radiert haben muss: Beethovens Eroica – Unser Beethovenjahr (3/9)

Das Geheimnis um das Deckblatt des Autographen, das mit verschiedenen Schreibwerkzeugen und unterschiedlichen Tinten beschriftet worden ist, und auf dem jemand (der Komponist selbst?) so nachdrücklich radiert hat, dass das Papier ein Loch aufweist, werden wir nicht enträtseln können. Denn hier sind Wahrheit und Legenden kaum noch zu unterscheiden. … Mehr Die Sinfonia grande, auf deren Titelseite jemand heftig radiert haben muss: Beethovens Eroica – Unser Beethovenjahr (3/9)

Der angestochene Lindwurm, der nicht ersterben wollte. Beethovens Zweite – Unser Beethovenjahr (2/9)

Die Allgemeine Musikalische Zeitung konnte sich mit diesem neuen Werk allerdings nicht anfreunden. Diese Sinfonie erinnere an ein „crasses Ungeheuer, einen angestochenen Lindwurm, der nicht ersterben wolle und, selbst verblutend, im Finale noch mit dem aufgereckten Schweife vergeblich wüthend um sich schlage“, so der Wiener Korrespondent der Zeitung. Wie sich Hörgewohnheiten ändern können. … Mehr Der angestochene Lindwurm, der nicht ersterben wollte. Beethovens Zweite – Unser Beethovenjahr (2/9)

Die Sinfonie, die mit einem Dominantseptakkord beginnt: Beethovens Erste, eine charmante Provokateurin – Unser Beethovenjahr (1/9)

Das hatte es noch nicht gegeben. Die Sinfonie Nr. 1 in C-Dur beginnt, als wäre die erste Seite der Partitur verloren gegangen, mit einem Forte-Akkord in der Dominante. Dieser löst sich zögerlich auf. So bleibt die Tonart des ersten Satzes zunächst im Unklaren. Der musikalisch Gebildete ahnt sie, aber sicher kann er erst sein, als das Thema mit der Tempobezeichnung Allegro con brio beginnt. … Mehr Die Sinfonie, die mit einem Dominantseptakkord beginnt: Beethovens Erste, eine charmante Provokateurin – Unser Beethovenjahr (1/9)