„Lasset das Zagen!“ Ist das Weihnachtsoratorium etwa für das Pandemiejahr 2020 komponiert worden?

Fast könnte man es denken. Die Aufforderung, das Klagen einzustellen und nicht zu verzagen, berührt die Menschen bis heute. Es wurde 1734 in Leipzig uraufgeführt und lud und lädt die Menschen damals wie heute ein sich zu besinnen. Vielleicht erfreut sich Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium deshalb noch heute uneingeschränkter Popularität. Es ist das beliebteste aller geistlichen Vokalwerke des großen Thomaskantors.

Welche Geschichte wird in Kantate 1 erzählt?
Es ist die Geschichte der Geburt Jesu, so wie sie im Lukasevangelium überliefert ist:

Damals gab es keinen Frieden. Der Kaiser hieß Augustus. Er beherrschte fast alle Länder. Seine Soldaten hatten das Land erobert. Was ihnen nicht gefiel, war verboten. Die Bauern, die Hirten, die Fischer, die Handwerker, die Frauen und die Kinder beteten zu Gott, dass er ihnen bald einen Retter schickt.
Eines Tages hörten sie, dass der Kaiser einen Befehl erlassen hatte. „Jeder Untertan muss in seinen Heimatort gehen. Dort muss er sich in eine Liste eintragen lassen. Ich will wissen, wie viele Untertanen in meinem Reich wohnen. Und wie viel Geld sie mir zahlen können.“
Auch der Zimmermann Josef machte sich auf den Weg in seine Heimatstadt Bethlehem. Von Nazareth aus war das eine weite Reise. Zusammen mit ihm reiste Maria, seine junge Frau. Die war schwanger. Als sie in Bethlehem eintrafen, fanden sie die Herberge des Ortes, aber alle Zimmer waren belegt. So mussten Josef und Maria bei den Tieren schlafen, neben den Eseln und Ochsen, die ebenfalls in der Herberge waren.
In der Nacht gebar Maria ihr erstes Kind. Es war ein Junge. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, denn sie hatten keinen anderen Platz in der Herberge.

„Es begab sich aber …“ aus: Johann Sebastian Bach, Weihnachtsoratorium, Kantate 1
La Petite Bande, Sigiswand Kuijken

Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium auf www.oratorienchor-ps.de
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