Händels berühmtes Halleluja

Schon wenige Jahre nach der Uraufführung des Messias entstand in Großbritannien der Brauch, dem feierlichen Halleluja stehend zu lauschen. Offenbar empfand die Zuhörerschaft den Schlusschor des zweiten der drei Teile des Oratoriums als einen quasi-gottesdienstlichen Lobpreis. Sie erhob sich, wie es bei Chorälen im anglikanischen Gottesdienst bis heute üblich ist.

Dabei war das Oratorium von Anfang an für eine konzertante Auführung und nicht für die Verwendung im Gottesdienst komponiert. Indem das Publikum sich ergriffen zum Halleluja erhob, verschwamm aber der Unterschied zwischen Konzert und Gottesdienst.

Noch immer ist es in der angelsächsischen Welt weit verbreitet, die Aufführung des Messias mit dem zweiten Teil zu beenden. Das Konzertpublikum erhebt sich dabei traditionell zum abschließenden Halleluja und applaudiert anschließend im Stehen.